Seit Monaten beschäftigt die Situation rund um den Drogenkonsumraum „Stellwerk“ immer mehr Menschen und erhitzt die Gemüter. Es gab zahlreiche Klagen, dass teilweise bis zu 200 Süchtige, Trinker und Obdachlose auf dem Platz in der Fernroder Straße campieren, in aller Öffentlichkeit Drogen konsumieren und Passanten belästigen.


Der sozialpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Hannes Hellmann, stellt hierzu folgende Überlegungen an:

„Das neue und zwischen den verschiedenen zuständigen Akteuren der Sicherheitskräfte endlich abgestimmte Konzept „Bahnhof.sicher“ sorgt bestimmt für eine gewisse Entspannung der Situation hinter dem Hauptbahnhof. Auch die Maßnahme, festgelegte Bereiche am Raschplatz als Verbotszonen für Waffen einzurichten, findet die Zustimmung der CDU-Ratsfraktion“, stellt Hellmann, fest. „Doch dies können nur erste und begleitende Schritte sein, das menschliche Elend, das sich hier offenbart, jedoch nicht verbergen oder schmälern.“

„Wenn die Stadt sich nun aktuell für mehr Bänke und Grün vor Ort einsetzt, der Platz künftig täglich gereinigt wird und die Verwaltung mehr Mülleimer aufstellen und die Beleuchtung verbessern will, scheint mir dies allerdings eher Aktionismus oder ‚Herumdoktern an Symptomen‘ als ein ausgewogenes und zielorientiertes Konzept zu sein, das ein Bündel von Maßnahmen enthält, die ineinandergreifen“, merkt Hellmann an.

„Die möglichen Hintergründe und Ursachen der Notsituation der Drogenszene hinter dem Amtsgericht sind sicherlich mannigfaltig. Aber die hannoversche Stadtgesellschaft muss sich nicht nur mit der Frage auseinandersetzten, was kurzfristig und aktuell helfen könnte, die Situation für alle Beteiligten zu verbessern, sondern auch ein umfassendes und langfristiges Konzept entwickeln. Deshalb wird die CDU-Ratsfraktion eine Anhörung im Sozialausschuss mit eben diesem Ziel beantragen“, so Hellmann weiter.

„Grundsätzlich geht es um die Frage, wo wir im Jahr 2025 in der Drogenhilfe in Hannover stehen wollen, welche städtischen Konzepte Umsetzung finden sollen und wie den Betroffenen geholfen werden kann. Dabei sollte auch geklärt werden, welche Rolle die Veränderungen der Substitution mit verringerter psychosozialer Betreuung spielt und wie unterschiedliche Ansätze der Drogenhilfe (akzeptanz- oder abstinenzorientiert, konsumfreie Räume oder Konsumräume, Einzelfallhilfe oder Großraumversorgung) in Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsdienst am besten greifen“, führt Hellmann abschließend aus.

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